Dominanz - wie ist sie bei euch entstanden?

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Themenersteller
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8. Apr

Dominanz - wie ist sie bei euch entstanden?
Der Mensch entwickelt sich in Kindheit und Jugend. Ich frage mich, wie seht ihr das: eure Dominanz, ist die angeboren oder hat sich das in einem bestimmten familiären, schulischen, ... Umfeld entwickelt.
Gab es einen besonders dominanten Menschen, den ihr euch irgendwie als Vorbild genommen habt, der euch angesprochen hat, mit dem ihr euch identifiziert habt?
Oder seid ihr in einer Situation aufgewachsen, wo eine "Führungskraft" nicht da war, so dass es gar keine andere Wahl gab als dominant, verantwortungsvoll und bestimmend zu werden?
Würde mich interessieren, wie ihr das seht.
 
 
9. Apr

Meine
Dominanz habe ich wahrscheinlich von meinem Vater .
Ein extrem dominanter, strenger Mensch
Ich wollte nie so sein wie er *traenenlach*
Bin ich denke ich auch nicht. Aber trotzdem finde ich Spass in der dominanten Rolle. Es ist einfach "da"
Manchmal verwirrt mich das ganze selber noch 🤔
 
 
9. Apr

Bei mir war das ...
... soweit ich mich zurück erinnern kann immer schon da.

Ich habe immer schon Dinge in die Hand genommen und einfach vorausgesetzt, dass Andere folgen oder auch mehr noch einfach vom stillen Beobschtunsposten gelenkt.

In meiner Sexualität war ich ebenfalls immer schon ein Kontrollfreak, der das andere Geschlecht eher benutzen und besitzen will.

LG BoP (m)
 
Themenersteller
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9. Apr

at bop
Ja, gut, Dominanz war schon immer da.

Aber: Die Frage war, wie erklärst du dir, woher die Dominanz kam? Vom Vater geerbt oder unbewusst übernommen oder ... oder ...
 
 
9. Apr

Über diese Frage läßt sich eigentlich nur spekulieren.
 
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9. Apr

at sasori
Interessant. Als Mädchen vom Vater die Dominanz übernommen, auch wenn du nie so sein wolltest. So ist es wohl oft. Nicht das, was im Kopf herumgeistert ist entscheidend. Wesenszüge von dir, die du direkt mit ihm in Verbindung bringen kannst?
 
 
9. Apr

@ Othmar_63
... das weiss ich nicht, da ich meinen Erzeuger nur flüchtig kenne. Von meiner Mutter habe ich das sicher nicht geerbt! Vielleicht daher, dass ich recht früh einen eigene Denke entwickelt habe und emotional eher auf mich selbst gestellt war.

Deswegen: Sie war einfach immer da, soweit ich mich zurückerinnern kann. Der Rest ist Spekulation oder Spiel- und Forschungsfeld für Hobbypsychologen und Wahrsager (... die richtigen Psychologen verstehen das sowieso nicht, die verstehen in den meisten fällen nicht einmal sich selbst und ihre eigenen Macken *zwinker* ).

Für mich hat das bis jetzt gereicht um mit mir und meiner Welt im reinen zu sein!


LG BoP (m)
 
JOY-Angels
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9. Apr

Othmar_63:
Der Mensch entwickelt sich in Kindheit und Jugend. Ich frage mich, wie seht ihr das: eure Dominanz, ist die angeboren oder hat sich das in einem bestimmten familiären, schulischen, ... Umfeld entwickelt.

Eine grosse und sehr wichtige Frage. Die grosse Schwierigkeit an dieser Frage ist, dass es X psychologische, soziologische, pädagogische und sogar neurowissenschaftliche Ansätze gibt, die Theorien dazu aufstellen, wie der menschliche Charakter entsteht. Manche gehen von "er ist einfach wie er ist" aus, andere von angeboren (soviel ich weiss wurde das wiederlegt, allerdings meinte ich gelesen zu haben, dass sie in der DNA Ansätze gefunden haben, die gewisse Charakterzüge unterstützen) und nochmals andere von einer Entwicklung.

Ich richte mich hauptsächlich an Alfred Adlers Individualpsychologie, weil die mir bisher am menschenfreundlichsten und realistischsten wirkte und an den neurowissenschaftlichen Erkenntnissen. Da bin ich allerdings nicht mehr auf dem laufenden, wie jetzt der Stand da ist. *g*

Das mal Vorab, nun zum Thema:

Ich nehme an, dass es bei mir entstand, weil es notwendig war. Notwendig, weil meine Mutter es toll fand, wenn man aktiv ist. Notwendig, weil meine Mutter auch ihr Rucksack mit ihren Schwierigkeiten hatte und man dadurch oft auf sich alleine gestellt war, trotz ihren starken Bemühungen, dass dem nie so sein wird. Notwendig, weil mein Vater ansonsten manche Situationen einfach nicht hingekriegt hätte durch seine "geistige" Abwesenheit. Ich denke ich entwicklete durch die verschiedensten Einflüsse das starke Bedürfniss immer alles unter Kontrolle zu haben und dadurch eben auch die Dominanz. Und gelang mir das nicht, dann verzweifelte ich. *zwinker*
Zudem hatte ich durch unser soziales Engagement eine sehr starke ethische Vorstellung, wie zwischenmenschliche Beziehungen gesund funktionieren. Auf einer verqueren Art und Weise habe ich es in der Beziehung nun so, wie es meinen Vorstellungen entspricht. Gleichzeitig kommen genau diese Vorstellungen mirin die quere. Darum der Begriff "auf eine verquere Art und Weise". *zwinker*

PS: Es ist trotz dem Ernst nehmen des Themas und aus meiner Sicht der Wichtigkeit dieses Themas ein oberflächlicher Einblick in mein Auseinandersetzen mit dem Charakter und auch meiner Dominanz. Gerne Unterhalte ich mich tiefer per CM, fals jemand das möchte. *g* .
 
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9. Apr

at black
Wenn du mit "richtigen" Psychologen solche meinst, die sechs Semester "Psychologie" studiert haben, gebe ich dir Recht.

Nur, so sehe ich mich nicht.

Und es geht doch anscheinend in die Richtung, die ich in meiner Eingangsfrage angedeutet hatte:
In Situationen, in denen kein dominantes Elternteil anwesend ist und das anwesende eher devot veranlagt ist, kommt es oftmals oder häufiger so heraus, dass das Kind eine dominante Ader entwickelt.
 
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9. Apr

at dechainee
Ja, das Thema ist sehr komplex und man kann es hier in einem Post nur oberflächlich anreissen.
Aber wenn ich dich richtig verstanden habe, war es auch bei dir so, dass es quasi eine Notwendigkeit für dich gab, dominant zu werden bzw. Verantwortung zu übernehmen und dafür zu sorgen, dass die verqueren Vorstellungen umgesetzt werden, damit nicht das Chaos ausbricht. Sehe ich das richtig?
 
JOY-Angels
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9. Apr

Othmar_63:
Aber wenn ich dich richtig verstanden habe, war es auch bei dir so, dass es quasi eine Notwendigkeit für dich gab, dominant zu werden bzw. Verantwortung zu übernehmen

Diesen Teil kann man so zusammenfassen. Allerdings ist es wohl Zufall, dasa ich genau diese Art entwickelte. Es hätte auch anders sein können. *g*

Othmar_63:
dafür zu sorgen, dass die verqueren Vorstellungen umgesetzt werden, damit nicht das Chaos ausbricht.

Nein meine Vorstellungen sind nicht verquer. Nur wie ich es umsetzte ist im Zusammenhang wie meine Vorstellungen geartet sind verquer. *zwinker*

Ich habe die Vorstellungen, dass eine zwischenmenschliche Beziehung nur aif einer Gleichwertigen Ebene gesund funktionieren kann und dass wir ein Gesellschaftswesen sind, das eigentlich ein gleichwertiges Miteinander ohne Hirarchie haben kann. Dass ich diese Vorstellung in einer D/s Beziehung, wo er sich an mir zu richten hat "auslebe" ist ziemlich verquer. *smile* (Kurz zusammengefasst)
 
 
9. Apr

Das könnte vielleicht ...
... bei mir durchaus zutreffen Othmar.

Allerdings habe ich auch einen Großteil meiner Kindheit bei meinen Großeltern verbracht, und meinen Großvater würde ich wiederum als sehr dominant bezeichnen soweit ich mich noch an ihn erinnern kann, meine Großmutter und meine Mutter eher als devot.

LG Black
 
JOY-Angels
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9. Apr

Othmar_63:
In Situationen, in denen kein dominantes Elternteil anwesend ist und das anwesende eher devot veranlagt ist, kommt es oftmals oder häufiger so heraus, dass das Kind eine dominante Ader entwickelt.

Das kann so entstehen, ja. Und gibt es auch Fallbeispiele (allerdings nicht im Zusammenhang gesetzt mit BDSM) dazu.

Eine weitere Möglichkeit, die man aufzählen könnte ist, dass viele Kinder dort nach Anerkennung suchen, wo sie "am wenigsten", oder nur mit viel Aufwand Beziehung und Anerkennung bekommen. Da kann sich sowohl ein devoter wie auch ein dominanter Charakterzug entstehen.

Ich denke nicht dass man Pauschal sagen kann, das löst jenes als Charakter aus. Dafür gibt es viel zu viele weitere Faktoren, wie z.B. familiäre Umstände (ältere/jüngere Geschwister, Einstellung der Familie, Schwierigkeiten oder anderes, Grosseltern, ect.), dann das nähere Umfeld und natürlich die Eigenintepretation des Kindes.

Allerdings denke ich kann man Tendenzen zu bestimmten Grundmustern, die zu Neigungen und Charakterzügen führen können feststellen.

Um solche Grundmuster erstellen zu können, müsste man allerdings sich dran machen Einzelbeispiele aufzurollen und zu analysieren und anhand von denen dann an anderen ähnlichen Fällen überprüfen, ob die These halt hat.

Bzw. wäre es ein Anfang anhand von Beobachtungen erste Thesen aufzustellen. (Was wir/du im Grunde in solch einem Thread tun)
 
 
12. Apr

Ich habe eine Theorie sie basiert auf meinen Beobachtungen und erlebten. Hat also keinen Anspruch auf Richtigkeit.

Es gibt unterschiedliche Arten von Dominanz.

Die anerzogene Dominanz. Man bekommt beigebracht z.B. Frau hat weich und Mann hart zu sein. Es wäre zumindest eine Erklärung, warum soviel mehr Männer sich dominat nennen, als Frauen.

Die dominante genetische Veranlagung. Diese fällt schon im Kindergarten und früher auf. Manche Kinder wollen geführt werden manche haben schon als Kleinkind das Zepter in der Hand. Hier ist Junge und Mädchen noch im Gleichgewicht.

Die unterforderte Dominanz. Ein Mensch trägt beides in sich Devotion und Dominanz. Gerade beruflich schwer gestresste Führungskräfte neigen zur Devotion. Es ist der Ausgleich zum Alltag wo sie ständig ihre Dominanz leben müssen. Dagegen Menschen die im Alltag viel gehorchen oder mit sich alleine sind, kippen zur dominanten Seite, es ist ihr Ausgleich. Es hat eher was mit Kopf ein- und ausschalten zu tun.

Die “krankhafte“ Dominanz. Soziopathen, Psychopathen und Narzisten haben diese Dominanz. Sie ist kalt und böse. Allerdings sehr angenehm für eine Maso im Spiel. Aber in einer Beziehung zerstört sie ihr Gegenüber.

Was ich mittlerweile von mir sagen kann. Ich habe eine anerzogene Dominanz und eine genetisch dominante Veranlagung. Wenn ich aber beruflich auf Hochtouren laufe eine unterforderte Devotion. In dieser Zeit reagiere ich mit meiner Devotion auf Menschen mit anerzogener oder unterforderter Dominanz gar nicht, bzw. bin dominanter als sie. Auf Menschen mit dominanter Neigung regiere ich in Maßen und auf krankhafte Dominanz springe ich sexuell komplett an.
 
Themenersteller
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13. Apr

at aurora
Du unterscheidest
• anerzogene,
• genetisch bedingte,
• unterforderte und
• "krankhafte" Dominanz.

Sehe ich auch so, dass es diese Spielarten von "Dominanz" geben kann.

Du schreibst von dir:
Auf Menschen mit dominanter Neigung regiere ich in Maßen und auf krankhafte Dominanz springe ich sexuell komplett an.
Wie ist das entstanden? Gab es Vorbilder oder ist diese sex. Vorliebe für Jerks allein aus dir heraus entstanden?
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